LR pixel Social Shopping: 5 Facts über den eCommerce-Trend

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Social Shopping: 5 Facts über den eCommerce-Trend

Über den Trend hin zum Social Shopping haben wir bereits vor knapp zwei Jahren berichtet. In der Zwischenzeit hat sich natürlich viel getan – Zeit für ein Update. Welchen Stellenwert hat Social Shopping aktuell und was bedeutet das für die eCommerce Trends 2022?

1. Social Shopping – wer nutzt es und wo sind die User:innen besonders aktiv?

Insbesondere in den USA und in Asien ist Social Shopping bereits stark ausgeprägt, aber auch hierzulande rückt es immer mehr in den Vordergrund. Social Shopping scheint nicht einfach nur ein weiterer eCommerce-Trend zu sein, sondern ist auf dem besten Wege, sich als das „New Normal“ zu etablieren. Laut einer Studie von YouGov hat im vergangenen Jahr bereits jede:r Fünfte in Deutschland einmal über die sozialen Medien eingekauft; genauso viele Befragte gaben an, es sich immerhin vorstellen zu können. Dabei sind es wie zu erwarten hauptsächlich die jüngeren Generationen der Gen Z und der Millenials, die auf den sozialen Medien einkaufstechnisch aktiv sind. Jedoch sind auch bei den 40- bis 54-Jährigen der Gen X noch 18 % der Befragten als Social Shopper unterwegs. Das Phänomen ist also nicht nur auf eine gewisse Altersgruppe beschränkt und kann somit für viele Zielgruppen genutzt werden. Für Entscheider:innen lohnt es sich daher, einen Blick über den Tellerrand zu werfen und zu analysieren, welche Kanäle sich für die eigenen Kampagnen am besten eignen.

2. Welche Möglichkeiten des Social Shopping gibt es?

Facebook bietet komplette Shops auf der Plattform an, die auch mit dem „externen“ Online-Shop des Unternehmens verknüpft werden können. Es geht aber auch anders: Pinterest bietet Kund:innen Live-Shopping, bei dem auch Fragen zu den Produkten gestellt werden können. Bei TikTok kauft man über Shopping-Links, bei Instagram funktioniert dies sogar mit einem integrierten Checkout. Neu bei Instagram sind Shoppable Video Ads, die insbesondere das Influencer-Marketing verändern. Hierbei können Kund:innen sich direkt während sie ein Video ansehen mittels digitaler Produktaufkleber genauer über Produktdetails wie Preis und Beschreibung informieren – und dann auch gleich zuschlagen. Hierdurch wird auch die Performance der Video Ads messbar. So können Werbetreibende prüfen, welche Produkte mit welchen Influencer:innen am besten funktionieren, und ihre Marketingstrategien entsprechend anpassen.

Laut der YouGov-Studie wird Facebook von 43 % der Befragten zum Social Shopping genutzt; jede:r Dritte tummelt sich zu diesem Zwecke auf Instagram. Die anderen Kanäle liegen im Vergleich dazu noch weit abgeschlagen. Für sie gilt es also nachzuziehen. Dies können sich Online-Händler jedoch auch zu Nutzen machen: Wer jetzt auf einen der weniger genutzten Kanäle setzt und sich etabliert, bevor es alle anderen tun, kann auch so Wettbewerbsvorteile erlangen.

3. Warum kaufen Kund:innen über Social Media und was funktioniert besonders gut?

Online-Shopping ist nicht erst seit der Corona-Pandemie auf dem Vormarsch, wurde durch Ladenschließungen und der Angst vor dem Virus aber noch weiter befeuert. Zu Hause auf dem Sofa kauft es sich einfach, bequem und zudem vollkommen virenfrei. Und wenn man eh viel zu Hause ist, scrollt man gerne durch die sozialen Medien, um ein bisschen Kontakt zur Außenwelt aufrecht zu erhalten. Social Shopping setzt genau hier an: Kund:innen kaufen da, wo sie ohnehin viel Zeit verbringen, und das am liebsten, ohne die jeweilige Plattform verlassen zu müssen. Sie stolpern quasi über ein Produkt, informieren sich darüber und kaufen es direkt ein. Häufig handelt es sich dabei um Artikel, nach denen die User:innen gar nicht unbedingt gesucht haben – beim Social Shopping finden die Produkte die Käufer:innen und nicht andersherum. Diese Art des Verkaufs ist also besonders für Impuls- und Spontankäufe geeignet. Rabattaktionen unterstützen dabei die Kaufbereitschaft der User:innen.

4. Social Shopping – auch für B2B interessant?

Eine Community aufzubauen und Fans zu Kund:innen zu machen, erfordert einiges an Aufwand. Regelmäßige Postings sind dabei ein Muss – und die müssen erst einmal entstehen. Im Online-Shop reicht es meistens, Produktbilder und -details einzufügen. Auf den sozialen Medien soll das Ganze dann in witzigen, optisch anmutenden und/oder fachlich hochwertigen Content verwandelt werden. Wie die Statistiken zeigen, lohnt sich der Aufwand jedoch – und das nicht nur für B2C-Unternehmen, die bisher die Vorreiter beim Social Shopping sind. Auch B2B-Unternehmen, die sich mit Social Media häufig noch schwertun, wollen auf den Zug mit aufspringen: Laut des B2B-Ecommerce-Konjunkturindex 2021 nutzen aktuell lediglich 14 % der Befragten die sozialen Medien als Vertriebskanal. 30 % gehen aber davon aus, dass Social Shopping in den kommenden Jahren immer wichtiger werden wird und sogar dreiviertel der B2B-Unternehmen wollen ihre Social-Media-Verkaufsstrategien ausbauen.

5. Wo gibt es möglicherweise Schwierigkeiten beim Social Shopping?

Kund:innen erwarten einen reibungslosen Ablauf, wenn sie über die sozialen Medien einkaufen. Händler müssen daher darauf achten, dass auch aus technischer Sicht alles gut funktioniert. Der Warenbestand auf Social Media sollte auch immer mit dem tatsächlichen synchronisiert sein und Kundendaten sollten wie im „normalen“ Online-Shop gespeichert werden können.

Apropos Kundendaten: Hier sehen viele Deutsche ein weiteres Problem. Laut einer Untersuchung von GetApp aus dem November 2021 sind 47 % der Deutschen besorgt, dass vor allem bei der Vielzahl an nicht-deutschen Social Shops ihre persönlichen Daten nicht sicher seien. 49 % sind kritisch, ob die über Social Media gekauften Artikel kaputt oder gefälscht sind oder ob sie überhaupt geliefert werden. 44 % der Befragten sind der Meinung, dass die sozialen Medien ohnehin schon zu viel über sie und ihre Aktivitäten wissen.

Das Misstrauen ist also groß. So ist es auf den sozialen Medien ganz besonders wichtig, das Vertrauen von potentiellen Käufer:innen zu wecken und aufrecht zu erhalten. Klare Angaben im Impressum machen der Kundschaft nicht nur deutlich, wo der Sitz des Unternehmens sich befindet und wo sie sich im Ernstfall hinwenden können – sie sind auch rechtlich verpflichtend. Auch der Kundenservice sollte gut funktionieren. Wenn Interessent:innen Fragen oder gar Beschwerden haben, ist eine schnelle Reaktionszeit das A und O. Bei Facebook zum Beispiel lassen sich auch automatische Antworten einrichten, die die Zeit überbrücken können, bis ein:e Kundenbetreuer:in sich persönlich melden kann. Es gilt für Händler, nahbar und gut erreichbar zu sein.

Fazit

Die Möglichkeiten des Social Shoppings sind groß und werden immer weiter ausgebaut – und immer mehr genutzt. Die große Herausforderung der sozialen Medien ist es, immer am Ball zu bleiben um nicht unterzugehen – wer das meistern kann, erreicht mit Social Shopping seine Kund:innen auf persönlicher Ebene und regt sie womöglich zu Käufen an, die sie sonst gar nicht getätigt hätten.

Titelbild: Pixelfit