Mobile Commerce: Wie verändern Smartphones die eCommerce-Welt?

Die Anzahl der Smartphone-Nutzer in Deutschland ist in den vergangenen Jahren stetig angestiegen. Immer häufiger werden die mobilen Endgeräte inzwischen auch zum treuen Shopping-Begleiter – so nutzen laut einer Umfrage von Mastercard 72 % der Befragten ihr Mobiltelefon zumindest gelegentlich, um Online-Käufe zu tätigen. Aber was bedeutet diese Entwicklung für den Online Handel?

Mobile Commerce: Wer, was, wann?

Die Zielgruppe des Mobile Commerce ist breit gefächert. Männer wie Frauen nutzen ihre mobilen Endgeräte nahezu gleichermaßen, um Online-Einkäufe zu tätigen. Größere Unterschiede ergeben sich laut idealo hier eher bei der Staffelung nach Altersgruppen. So gaben 82 % der 18-29jährigen Befragten an, mit ihrem mobilen Telefon online zu shoppen. Mit zunehmendem Alter nimmt die Bereitschaft dazu stetig ab; bei den Personen im Alter von 60-64 Jahren waren es jedoch auch noch 22 % – keine zu vernachlässigende Zahl.

Eine weitere Umfrage von PayPal ergab, dass 20 % der Befragten mehrmals wöchentlich über Smartphone oder Tablet einkaufen – 6 % gaben sogar an, dies mehrmals täglich zu tun. 68 % der Befragten kaufen dabei hauptsächlich zu Hause, wenn sie sich entspannen, online ein. Auch beim Fernsehen (31 %) oder am Ende des Tages beim Surfen im Bett (24 %) wird noch relativ viel geshoppt.

Shopping-Apps: Erhöhte Nutzerfreundlichkeit und Kundenbindungs-Tool

Was ist also für Online-Händler nun besonders wichtig, um ihren Shop für den zunehmenden Traffic aus dem Mobile Commerce bereit zu machen? Im Gegensatz zum Einkaufen über die mobile Webseite des Online Shops bevorzugen Kunden die Nutzung einer Shopping-App. Besonders wichtig ist den meisten dabei laut einer Umfrage des ECC Köln der schnelle Zugang (79 %), ein schnellerer Bestellprozess (56 %) und eine übersichtliche Darstellung der Produkte (49 %).

Abgesehen von der verbesserten Nutzerfreundlichkeit können Onlineshop-Betreiber mittels Apps ihren Kunden außerdem spezielle Vorteile bieten. In einer App ist und bleibt der Kunde meistens eingeloggt – ganz im Gegensatz zu einer mobilen Webseite. So können Online-Händler ihren Kunden jederzeit Zugang zu exklusiven Rabatten oder individuellen Produktvorschlägen bieten. Über Push-Nachrichten wird der Nutzer sofort und zuverlässig über derartige Angebote informiert und kann diese mit nur einem Klick direkt öffnen.

Zalando informiert seine Nutzer beispielsweise regelmäßig über die App, wenn ein Artikel auf der Wunschliste jetzt im Sale ist oder ein Warenkorb noch nicht bestellt wurde. Getarnt unter der Headline „Unsere heißesten Deals“ werden dem Kunden auf der Startseite der App außerdem Angebote angezeigt, die er sich kürzlich angesehen hat, sowie solche, die gut dazu passen.

Fazit: Mobile Commerce auf dem Vormarsch

Schnell wird klar: Mobile Commerce verändert das Einkaufsverhalten der Menschen drastisch. Sie sind nicht mehr gebunden an Öffnungszeiten oder gar Örtlichkeiten – jederzeit und von überall kann online eingekauft werden. Einige Online-Händler antworten darauf bereits mit eigens ins Leben gerufenen „Feiertagen“ wie zum Beispiel dem Amazon Prime Day im Juli. So können sie ihre Kunden wieder mit gezielten Marketingaktionen an einen bestimmten Tag im Jahr binden, der einen besonders hohen Umsatz verspricht.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind spezielle Aktionen oder Angebote, die den User auch on-the-go erreichen. Eine mobile Webseite zu besitzen ist die Mindestanforderung an einen modernen Online-Shop; Shopping-Apps sind allgemein allerdings noch beliebter bei den Nutzern.

Quellenangabe (Umfragen): statista